"Betrachte jede Krise als Chance zur Veränderung"

 Anti-Gewalt-Training in der Beratungsstelle Zweite Chance 

Wirksame und effektive Hilfe in Bremen bei Problemen, aggressives Verhalten zu kontrollieren 


„Den Menschen respektieren und verstehen - aber seine kriminellen Handlungen ablehnen. Den Täter hin zu einem gewaltfreien Leben führen, denn Täterarbeit ist wichtiger und wirksamer Opferschutz.“ - André Hußmann (Leitung Beratungsstelle Zweite Chance)


Ablauf und Inhalte des Anti-Gewalt-Trainings

Bei dem Anti-Gewalt-Training in der Beratungsstelle Zweite Chance handelt es sich um eine deliktspezifische, konfrontativ-pädagogische Maßnahme für gewalttätige und aggressive Menschen. 

Das Training umfasst sowohl Einzel- wie auch Gruppensettings für Kinder, welche das 12. Lebensjahr vollendet haben, Jugendliche und Erwachsene aller Geschlechter. Im Einzelfall können auch Kinder in das Training aufgenommen werden, welche das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ebenso können Menschen mit kognitiver Beeinträchtigungen das Anti-Gewalt-Training  wahrnehmen. Vor dem Beginn des Anti-Gewalt-Trainings steht ein Aufnahmegespräch. Dabei soll die Eigung des Klienten/der Klientin für die Teilnahme an dem Training ermittelt werden. Ebenso wird die Motivation des Klienten/der Klientin für das Trainng eruiert. Diese ist zunächst meist extrinsich. Die Erfahrung bisheriger Trainings zeigt, dass sich extrinsische Motivation häufig zu intrinsischer entwickelt - insbesondere wenn Teilnehmer_innen persönliche Fortschritte erkennen. Nach dem Aufnahmegespräch werden 25 Einheiten durchgeführt. Diese finden wöchentlich statt und umfassen im Einzelkontext 60 Minuten. Im Gruppenkontext variiert die Dauer je nach Gruppengröße zwischen zwei und drei Stunden. Zusätzlich zu den Gruppenterminen gibt es optional Einzelgespräche mit einzelnen Gruppenteilnehmern.

Bei den Trainingsinhalten finden die indiviuduellen Bedürfnisse der Teilnehmer_innen Berücksichtigung. Als übergeordnetes Ziel des Anti-Gewalt-Trainings in der Beratungsstelle Zweite Chance steht allerdings die Befähigung der Teilnehmer_innen, eigenes Verhalten zu kontrollieren, Provokationen zu bewältigen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Hierzu dienen folgende Themenblöcke als Eckpfeiler:

 

Analyse der Aggressivitätsauslöser
Provokationstests
Analyse von Ideal- und Realselbst
Neutralisierungstechniken
Opferkommunikation
Aggressivität als Vorteil
Subkulturanalyse
Fragen zur strukturellen Gewalt, die die Aggressivität bei Teilnehmer_innen födert
Entwicklung von Handlungsalternativen 


Systemischer Ansatz 

Im Rahmen des Anti-Gewalt-Trainings mit Kindern und Jugendlichen - unabhängig davon ob Einzeltrainings oder in der Gruppe - bieten wir obligatorisch Elternarbeit an. Da wir der Überzeugung sind, dass in jedem Fall eines Gewalt- oder Aggressionsproblems bei Jugendlichen die angestrebte Veränderung im ganzen System stattfinden sollte, ist es wichtig, auch mit den Eltern beratend und unterstützend zu arbeiten.


Rechtliche Grundlage

Die Teilnahme an dem Anti-Gewalt-Training kann freiwillig oder als gerichtliche Auflage erfolgen, z.B. als Weisung im Rahmen eines Gerichtsverfahrens (§ 10 JGG Abs. 1) oder als Einstellung eines Gerichtsverfahrens (§§45, 47 JGG).

Zudem kann das Jugendamt das Anti-Gewalt-Training als Nachbetreuung (Hilfe für junge Erwachsene §41 SGB VIII) anordnen.


Daten und Fakten zum Anti-Gewalt-Training in der Beratungsstelle Zweite Chance

Dauer

6 Monate mit 25 Sitzungen 

Einzelkontext: Sitzung à 1 Stunde in der Woche  

Gruppenkontext: Sitzung á 2-3 Stunden in der Woche

Kosten

95,00 € pro Stunde (60 min.)

Terminintervall

Eine Sitzung pro Woche

Bei Bedarf: Einzelgespräche mit Teilnehmer_innen aus dem Gruppensetting 

Gründe für die Teilnahme 

  • verbale- und/oder körperliche Gewalttätigkeit
  • Probleme, das eigene Verhalten zu kontrollieren 
  • Probleme, Provokationen zu bewältigen
  • fehlende Fähigkeit, Konflikte gewaltfrei zu lösen
  • vermehrte Anzeigen/Verurteilungen wegen gefährlicher/ schwerer Körperverletzungen oder Tötungsdelikten

Alter

Der Teilnehmer muss mindestes das 12. Lebensjahr vollendet haben (Im Einzelfall werden auch jüngere Teilnehmer zugelassen). Auch Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung können das Training wahrnehmen. 

Kostenübernahme

In einigen Fällen können die Kosten beispielsweise durch das Jugendamt oder den ambulanten Justizsozialdienst übernommen werden. Gerne unterstütze ich Sie bei Fragen zur der Möglichkeit einer Kostenübernahme und helfe Ihnen bei der entsprechenden Beantragung.