"Betrachte jede Krise als Chance zur Veränderung"

 



Beratung bei sexualisierter Gewaltanwendung durch Kinder und Jugendliche 

Neue Gewaltdelikte verhindern und vorbeugen in der Beratungsstelle in Bremen

Auch sexuell gewalttätigen Kindern und Jugendlichen bietet die Bremer Beratungsstelle Zweite Chance ein fundiertes professionelles Beratung- und Therapieangebot. Ziel der Arbeit ist die Verhinderung erneuter sexualisierter Gewaltanwendung. Für die Therapie der sexuell delinquenten Kinder und Jugendlichen arbeitet die Beratungsstelle Zweite Chance mit dem "Behandlungsmanual für die Arbeit mit jugendlichen Sexualtätern" (BMJS 12/221) 

Spezielles Behandlungskonzept bei sexuell delinquenten Kindern und Jugendlichen

Zielgruppe des Manuals sind sexuell Delinquente im Alter von 12 bis 21 Jahren ohne oder mit Verurteilung. Der Begriff „Jugendliche“ wird in drei Kategorien unterteilt, wonach Kinder von 12 bis 14 Jahren, Jugendliche von 14 bis 18 Jahren und Heranwachsende von 18 bis 21 Jahren in die Behandlungsmethodik eingeschlossen werden.

Die Anlassdelikte laut des Behandlungsmanuals sind unter anderem:


• Beischlaf zwischen Verwandten (§ 173 StGB)
• Sexueller Missbrauch von Kindern (§ 176 StGB)
• Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern
(§ 176a StGB)
• Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung (§ 177 StGB)
• Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen (§ 179 StGB)
• Exhibitionistische Handlungen (§ 183 StGB)

Interaktive Gruppenarbeit in Bremen unterstützt Jugendliche bei ihrem Behandlungsziel

Die Behandlung der Beratungsstelle in Bremen besteht aus einem integrativen, systematisch-kognitiven verhaltenstherapeutischen Programm mit Ansätzen aus der Gestalt- und Psychodramatherapie. Das Manual ist sowohl für die Arbeit mit männlichen als auch mit weiblichen Kindern und Jugendlichen geeignet.
Im Zentrum der Behandlung in der Beratungsstelle Zweite Chance in Bremen steht die Anwendung von interaktiven Interventionen. Die Nutzung von Medien stützt und fördert das Vorgehen während der Behandlung. Die Anwendung des Manuals BMJS 12/21 zielt primär auf die Arbeit mit Gruppen ab. Eine Einzeltherapie ist dennoch mit Abweichungen an dem Manual möglich. Die Voraussetzung für die Teilnahme an der Behandlung in der Beratungsstelle in Bremen ist das Teil- oder Vollgeständnis der zu behandelnden Person.

Zielgruppe der Behandlung sind Kinder und Jugendliche, die Kinder sexuell missbraucht, Inzest begangen, vergewaltigt, andere sexuell genötigt oder belästigt oder sich exhibiert haben. Auch Personen, die durch das sexuell delinquente Verhalten betroffen sind, werden in die Behandlung mit einbezogen. Dazu zählen beispielsweise Eltern, sorgeberechtigtes betreuendes Personal, Geschwister und andere wichtige Bezugspersonen.


Übergeordnete Zielsetzung bei sexualisierter Gewaltanwendung von Jugendlichen

Dazu gehören unter anderem:

• Die Entwicklung von langfristigen Strategien zur Rückfallprävention
• Die Entwicklung einer legalen selbstbestimmten Sexualität des Kindes oder des Jugendlichen
• Die Bewahrung potenzieller Opfer vor weiteren sexuellen Übergriffen
• Beratende Begleitung des familiären und/oder sozialen Umfeldes des Täters, um einen konstruktiven Umgang mit der Tat zu ermöglichen

Jeder sexuell Delinquente formuliert während der Behandlung in der Beratungsstelle Bremen außerdem persönliche Ziele, die er im Laufe der Therapie erreichen möchte.


Interessantes und Aktuelles zum Thema sexualisierte Gewaltanwendung von Jugendlichen
Täterprävention bei sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt unter Kindern und Jugendlichen von Anita Heilig veröffentlicht in: Deutsche Jugend 9/2005, S. 381-390
http://www.anita-heiliger.de/htm/taeterpraevention_bei_sexuellem_missbrauch.pdf

Allgemeine Informationen zu der Beratung bei sexualisierter Gewaltanwendung finden Sie hier