"Betrachte jede Krise als Chance zur Veränderung"

 



Beratung in Bremen bei sexualisierter Gewaltanwendung  

Die Beratungsstelle behandelt sexuell delinquente Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Das Angebot für die Beratung und Behandlung in Bremen bei sexualisierter Gewaltanwendung richtet sich sowohl an Personen, die aus eigener Motivation heraus Hilfe suchen sowie an diejenigen, welche einer gerichtlichen Auflage nachkommen müssen. In das Angebot eingeschlossen ist auch die Behandlung von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Die Behandlung in der Bremer Beratungsstelle Zweite Chance kann auch bei laufendem Strafverfahren beginnen.


Bei der Therapie von sexualisierter Gewaltanwendung in der Beratungsstelle Zweite Chance in Bremen werden die Behandlungsinhalte nach Methoden für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene unterschieden. Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Behandlungsabläufen finden Sie auf den Unterkategorien Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene.


Einordnung und Kategorisierung von sexualisierter Gewaltanwendung

Sexualisierte Gewalt beschreibt alle sexuellen Handlungen, die gegen den Willen einer Person durchgeführt werden. Bei der sexualisierten Gewaltanwendung müssen einzelne Formen weiter differenziert werden.


Sexuelle Grenzverletzungen

Sexuelle Grenzverletzungen werden von erwachsenen Männern und Frauen, aber auch von Kindern und Jugendlichen verübt. Die Opfer der Grenzverletzungen sind oft Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene können Opfer derartiger Grenzüberschreitungen werden. Die Grenzverletzungen sind häufig gelegentliches, unangemessenes Verhalten, das in vielen Fällen nicht beabsichtigt wird. Dieses unangemessene Verhalten kann nicht ausschließlich an objektiven Kriterien festgemacht werden. Häufig ist das als unangemessen empfundene Verhalten vom subjektiven Erleben des Betroffenen abhängig.
Sexuelle Grenzverletzungen sind oft die Folge eines Mangels an konkreten, klaren Regeln und Strukturen. 
Beispiele für sexuelle Grenzverletzungen sind unter anderem:

• Die Verletzung der persönlichen Grenzen
• Die Verletzung der Persönlichkeitsrechte
• Die Verletzung der Intimsphäre 


Sexuelle Übergriffe

Ebenso wie bei sexuellen Grenzverletzungen können sexuelle Übergriffe von erwachsenen Männern und Frauen, Kinder und Jugendlichen verübt werden. Die Opfer von sexuellen Übergriffen unterscheiden sich nicht von denen der sexuellen Grenzverletzungen. 
Sexuelle Übergriffe sind sich wiederholende sexuelle Grenzverletzungen, welche vom Täter bewusst und beabsichtigt verübt werden. Die abwehrende Reaktion der Opfer übergeht der Täter, Kritik von Dritten missachtet er. Das sexuell übergriffige Verhalten dient in vielen Fällen als Test, wie weit die Täter ihre Opfer manipulieren und gefügig machen können. Sexuelle Übergriffe sind häufig als Vorbereitung für strafrechtlich relevante Formen der sexuellen Gewalt zu sehen.

Zu sexuellen Übergriffen gehören:
• Wiederholend abwertende sexistische Bemerkungen
• Sexistisches Manipulieren und Bereitstellen von Fotos
• Wiederholt unangemessene Berührung an Brüsten oder Genitalien
• Unerwünschte und unangebrachte Gespräche über das eigene Sexualleben
• Die Aufforderung zum Austausch von Zärtlichkeiten

Strafrechtlich relevante Formen der sexuellen Gewalt

Im 13. Abschnitt des Strafgesetzbuches (§174 - 184h StGB) werden die strafrechtlich relevanten Formen der sexuellen Gewalt benannt.• Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen 
(§
174
StGB)• Sexueller Missbrauch von Kindern 
(§
176
StGB)• Sexueller Missbrauch von Jugendlichen 
(§
182
StGB)• Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung 
(§
177
StGB)

Seit dem 01.04.2004 wird auch der sexuelle Missbrauch von Kindern ohne direkten Körperkontakt strafrechtlich verfolgt. Der Strafbestand ist dann erfüllt, wenn ein Erwachsener oder ein Kind ab 14 Jahren:
• Ein Kind im Verlaufe eines Chats dazu bewegt sexuelle Handlungen an sich durchzuführen 
• Sich im Laufe eines Chats oder eines e-Mail Verkehrs mit einem Kind zu sexuellen Handlungen verabredet 
• Ein Kind im Internet zum Missbrauch anbietet

Festzuhalten ist, dass Kinder unter 14 Jahren nicht strafrechtlich verantwortlich sind. Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sind "individuell" verantwortlich, wobei dies abhängig von ihrer sittlichen und geistigen Reife ist.


Weitere Informationen zum Thema sexualisierte Gewaltanwendung erhalten Sie in der Beratungsstelle Zweite Chance in Bremen.


Interessantes und Aktuelles zum Thema sexualisierte Gewaltanwendung

http://www.mikado-studie.de/
Forschungsprojekt der Universität Regensburg mit dem Ziel unter anderem die Auswirkungen sexueller Viktimisierung und Grenzverletzungen von Kindern und Jugendlichen zu erforschen.




Aktuelle Beiträge

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30.03.2015

Ethik-Erklärung zur Erforschung sexueller Gewalt verabschiedet

Quelle: http://www.bmbf.de/press/3763.php   mehr